Historie

LZ Wriezen
 
  • 1247 Erste Urkundliche Erwähnung Wriezens

    Im Jahre 1247 wird der Ort Wriezen erstmals als "oppidium Wrecne" in einer Urkunde erwähnt, mit der dem Kloster Zinna Besitzungen südöstlich von Strausberg bestätigt wurden. Dieses Jahr kann man damit als Beginn der schriftlich überlieferten Geschichte von Wriezen bezeichnen.

    Die Verfassung Wriezens bestand bis zum 12. Januar 1337 zu Dorfrecht. Gegen Zahlung von 30 Mark Brandenburgischen Silbers wurde ihr nunmehr das Strausberger Stadtrecht verliehen. Die Geschäfte der Stadt leitete von nun ab der Rat.

    Die Mitglieder des Rates setzten sich aus den vier Gewerken (Schuhmacher, Gewandschneider = Tuchkaufmann, Bäcker, Knochenhauer = Schlächter) und den Handel treibenden Großbürgern zusammen. An der Spitze des Rates standen im jährlichen Wechsel zwei Älterleute, die ab 1373 Bürgermeister genannt wurden.

    Zuvor hatten hier bereits die Wendensiedlungen Gaul und Kietz bestanden, die etwa 1340 der Stadt übereignet wurden.

    Wriezen unterhielt Handelsbeziehungen zur Hanse und entwickelte sich zum Haupthandelsplatz für Fischausfuhr. Wriezen wurde der bedeutendste Fischmarkt der Mark Brandenburg. Im Jahre 1692 kam es zur Gründung der Hechtreißerzunft, die bis 1874 landesherrlich privilegiert war und Fische bis ins Rheinland, nach Böhmen, Bayern und gelegentlich bis nach Italien verkaufte.

    Eine große Rolle spielte auch der Getreidehandel. Gleichzeitig fanden aber auch Holz- und Viehmärkte statt.

    Durch die Ansiedlung von Bierbrauern und der Anlage von Weinbergen gewann Wriezen immer mehr an Bedeutung. Insgesamt gab es 25 Weinberge, die von der Schulzendorfer Grenze bis zur Malzmühle reichten. Hinzu kamen 43 Brau-Eigner, die ein gutes Gerstenbier brauten und damit Wriezen und die umliegenden Dorfkrüge versorgten.

    Erste größere Rückscläge brachte der Dreißigjährige Krieg und seine Folgen. Ausplünderungen und Drangsalierungen durchziehender Söldnertruppen hinterließen sichtbare Spuren.

  • Rückschläge durch Brände

    Neben den Kriegsdrangsalen waren es aber auch mehrere Großbrände, die immer wieder zu Rückschlägen in der Entwicklung der Stadt führten. 116 Wohnhäuser brannten am 16. Mai im Jahre 1603 mit all ihren Nebengebäuden vollkommen ab. Während der Stadtbesetzung im Dreißigjährigen Krieg kam es im Jahre 1639 durch Unvorsichtigkeit zu einem Stadtbrand, der mehrere Straßenzüge, den gesamten Kietz und "des Rats Dorf Gaul" restlos vernichtete.

    Das verheerendste Brandunglück aber traf Wriezen am 15. September 1664, Innerhalb von drei Stunden in der Zeit von 9 bis 12 Uhr brannte die gesamte Stadt.

    Vom Feuer verschont blieben nur 14 kleine, direkt an der Oder liegende Häuser sowie ein Teil der Marienkirche. Die Brandursache wurde nie bekannt. Erwähnt wird noch, daß die Löschgeräte nicht in Ordnung waren oder gar fehlten.

    Diese Feuersbrunst grub sich in das Gedächtnis der Wriezener so sehr ein, dass noch bis 1875 jährlich das sogenannte "Brandfest" gefeiert wurde.

    Etwa um das Jahr 1700 ist der Wiederaufbau der Stadt im wesentlichen abgeschlossen.

    Seit dem Jahre 1740 ging man an die Beseitigung der zahlreich vorhandenen Holzschornsteine, die immer wieder Ursache für die Entstehung von Bränden waren.


    Schlauch- und Rohrspritze der Stadt Wriezen
    aus dem Jahre 1761


    Erst im Jahre 1761 kaufte die Stadt Wriezen für 829 Taler, 20 Groschen und 3 Pfennige eine Schlauch- und Rohrspritze. Im 18. Jahrhundert kommt es glücklicherweise nur noch zu Bränden mit eingeschränkter Ausdehnung.

    Anfang des 19. Jahrhunderts brannten 48 Scheunen ab.

    Ein Verzeichnis aus dem Jahre 1819 gibt Auskunft, dass in den "Feuerschauern" der Stadt 4 große Feuerspritzen, 30 Handspritzen, 9 Feuerleitern, 5 Haken, 18 lederne Feuereimer und 18 Wasserkufen auf Holzschleifen vorhanden sind. Weiterhin musste zu jener Zeit jeder Hausbesitzer einen ledernen Eimer, einen Feuerhaken, eine Handspritze und eine Dachleiter besitzen. Eine "Feuerkommission" übte darüber eine vierteljährliche Kontrolle aus. Eine Feuerordnung vom 29. August 1805 legte diese und manche weitere Maßnahmen fest, zeigte aber kaum eine Wirkung.

    Im Zeitraum von 1824 bis 1838 kommt es für Wriezen und Umgebung zu einer wahren Brandseuche - so der bekannte Feuerwehrhistoriker und spätere Hauptschriftleiter der "Preußischen Feuerwehr-Zeitung" Rudolf Schmidt. Es ereignen sich in diesem Zeitraum insgesamt 353 Brände.

  • 1855 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

    Wir schreiben jetzt das Jahr 1855.

    Der Stadt Wriezen droht eine ähnliche Katastrophe, wie bereits im Jahre 1664.

    Da kam dem damaligen Bürgermeister Albert Mahler der Gedanke, für die Stadt Wriezen eine militärisch organisierte Feuerwehr nach dem Muster der 1851 in Berlin geschaffenen Berufsfeuerwehr ins Leben zu rufen.


    Albert Mahler - 1855 Gründer der
    ersten Freiwilligen Feuerwehr
    in der Mark Brandenburg.
    1819 - 1894


    Gesagt, getan! Eine einberufene Bürgerversammlung hieß das Unternehmen gut und zehn Bürger stellten den ersten Stamm für die "Freiwillige Feuerwehr der Stadt Wriezen."

    Die Stadt verfügte jedoch nicht über ausreichende finanzielle Mittel. Das Stadtsäckel gab demzufolge nichts her und so mußten diese zehn wackeren Männer ihre Ausrüstungskosten selbst tragen. Die Ausrüstung bestand damals aus einer blauen Leinenbluse, Wachstuchmütze mit großem Schirm, Ledergurt mit Steigerhaken oder Militärkoppel mit Schloß und Beil.

    Ein Anfang war getan. Es war ein schwerer Anfang - aber sehr bald stellten sich die ersten Erfolge des Gedankens von Bürgermeister Mahler und seiner Mitstreiter ein.

    Der 15. September 1855, vermutlich in Anlehnung an das Datum des Brandfestes, gilt als Tag der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wriezen.

    Ein gutes Werk wurde begonnen und am 2. Januar 1857 brachte das damalige Potsdamer Regierungs-Amtsblatt eine Verfügung heraus, die in einem alten Heimatkalender nachzulesen ist.

    Darin heißt es u. a.:

    "Durch die Umsicht und unablässige Tätigkeit des Herrn Bürgermeister Mahler zu Wriezen ist es gelungen, in der Stadt Wriezen eine Freiwillige Feuerwehr, welche in der Probe höchst befriedigende Resultate geliefert hat, nach dem Vorbilde der Berliner Feuerwehr neu zu organisieren. Indem wir die Kommunen, insbesondere die Städte unseres Bezirkes, auf dieses Institut aufmerksam machen, empfehlen wir denselben, in ihren Orten gleiche Einrichtungen zu treffen.
    Die näheren Nachrichten darüber wird auf Ansuchen der Bürgermeister Mahler gern erteilen."

    Viele Bürgermeister märkischer Städte und Ortschaften wandten sich daraufhin ratsuchend an Bürgermeister Mahler. Ja, es kamen sogar Anfragen von Orten, weit außerhalb des damaligen Potsdamer Regierungsbereiches, so aus Pommern, Preußen, Westfalen und dem Rheinland.

    Aus der am 1.8.1855 ausgegebenen "Muster Instruktion für die Freiwillige Feuerwehr Wriezen" geht hervor, daß die Feuerwehr militärisch organisiert und von einem Ratsherren befehligt wurde. Diese Instruktion, die insgesamt 71 Paragraphen enthielt, fand eine weite Verbreitung.

    Stärke der Wehr 100 Mann, in 8 Inspektionen aufgeteilt, mit je einem Führer.

    Die eigentliche Wehrmannschaft bestand aus 40 Mann (alles Handwerker).

    Zwei Ratsherren beaufsichtigten die Spritzenmannschaft. Es waren zu jener Zeit 5 Spritzen vorhanden. Zu jeder Spritze gehörten zwei Spritzenmeister und für alle Spritzen zwei Schlauchmeister. Die Kosten der ersten Einkleidung und Einrichtung betrugen 1286 Taler und 20 Silbergroschen. Für die Unterhaltung wurden durch die Kämmerei der Stadt jährlich 100 Taler veranschlagt.


    Wriezen um das Jahr 1860
  • Weitere Freiwillige Feuerwehren folgen

    Weitere Freiwillige Feuerwehren wurden erst einige Jahre später auf der Grundlage dieser "Muster Instruktion" gebildet, so 1861 in Königsberg/NM, 1862 in Landsberg/W, 1860 in Sorau, 1863 in Cottbus, Spremberg, Lübben, 1864 in Guben, 1865 in Angermünde, 1867 in Ruppin, 1869 in Perleberg.

    So war Albert Mahler, der unablässig für seine Idee tätig war, der Begründer der Freiwilligen Feuerwehren der Mark Brandenburg geworden. Mahlers Werk und Idee wuchsen und dehnten sich sehr bald weiter aus.

    Der Gedanke der freiwilligen Löschhilfe nahm immer umfassendere Formen an und die Mitgliederzahl der Wriezener Feuerwehr stieg. Mit dem Anwachsen der Mitgliederzahl erhöhte sich auch die Leistungsfähigkeit.

    In der erst relativ kurzen Zeit des Bestehens der "Löschhilfe" verbesserte sich auch die notwendige Ausrüstung. Saugspritzen, anfangs mit Handbetrieb und später dann als Dampfdruckspritzen wurden eingesetzt. Hinzu kommen später mechanische Leitern, Wasserwagen und Steigleitern.


    Handgezogener Spritzenkarren (1884)


    Im Jahre 1880 richtete die FFW Wriezen den 2. Verbandstag des am 3. und 4. Juni 1877 in Cottbus gegründeten Brandenburgischen Provinzial-Feuerwehrverbandes anlässlich des 25jährigen Stiftungsfestes der Wriezener Wehr aus. An ihm nahmen 28 Delegierte von 16 Verbandswehren teil. Weitere neun Abgeordnete vertraten sieben, noch außerhalb des Verbandes stehende Feuerwehren.

  • Ein Denkmal zu Ehren des Gründers

    Bürgermeister Mahler, der 1892 altersbedingt aus seinem Amt schied, verstarb am 29. Januar 1894.

    Der Begründer des Freiwilligen Feuerlöschwesens wurde tief betrauert. Er wurde nicht nur von seiner Wehr hoch geschätzt und geachtet. Er genoss hohes Ansehen in allen Teilen der damaligen Mark Brandenburg.

    Einem spontanen Impuls folgend, errichteten die nachfolgend aufgeführten 35 Wehren und auch die damalige Feuerversicherung "Thuringia" auf dem Platz zwischen dem oberen und unteren Schützenplatz, unmittelbar gegenüber dem heutigen Feuerwehrdepot, ein einfaches schlichtes Denkmal, welches auch heute noch auf seinem alten Standort steht und von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen liebevoll gepflegt wird.


    Dies waren die Feuerwehren, die sich an der Errichtung des Denkmals beteiligten:
    Angermünde, Adlershof, Boxhagen-Rummelsburg, Dahme, Erkner, Forst, Fürstenwalde, Friedeberg NM, Freienwalde, Gassen, Großlichterfelde, Havelberg, Johannisthal, Küstrin, Kriescht, Lippehne, Lichtenberg-Friedrichsfelde, Lankwitz, Lübben, Landsberg/W., Liebenwalde, Müncheberg, Oderberg, Perleberg, Rathenow, Reinickendorf, Strasburg UM, Sonnenburg, Schwedt, Tempelhof, Tegel, Wriezen, Wittstock, Weißensee, Zielenzig.

    Zum 140. Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen  wurde durch Restauratoren des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums der Bauwirtschaft in Wriezen unentgeltlich der Denkmalssockel originalgetreu wieder hergerichtet, während der Herr Malermeister Vossebrecher, seines Zeichens Zugführer der seit 1991 mit Wriezen eng verbundenen Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wipperfürth im Oberbergischen Kreis, die Vergoldung der Schrifttafeln der Wriezener Wehr zum Geschenk machte.

    Die Vorderseite der Widmungsplatte trägt folgende Inschrift:

    Dem Begründer
    des Freiwilligen Feuer-Löschwesens,
    Herrn Bürgermeister
    Albert Mahler,
    gewidmet von den Wehren
    der Mark
    Brandenburg.
     

    Auf der Rückseite ist zu lesen:

    Harre in Gefahren aus.
    Treu beschirme Hof und Haus. 
    Gieb', wenns gilt, dein Leben her. 
    Mutig vorwärts, Feuerwehr.

    Rechte Seite: 

    Einer für alle - alle für einen

    Linke Seite: 

    Gott zur Ehr - Dem Nächsten zur Wehr

    Erinnert sei in diesem Zusammenhang auch daran, daß in Wriezen eine Straße den Namen des Bürgermeisters Mahler trägt.

  • Entwicklung zur Musterwehr

    Die Wriezener Wehr entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer Musterwehr. 1925, zum 70jährigen Bestehen der Wehr, hatte sie eine Stärke von insgesamt 52 Mitgliedern. Zu diesem Zeitpunkt gab es im damaligen Kreis Oberbarnim bereits 56 Freiwillige Feuerwehren in den Städten und Orten. Am 19. Januar 1925 beschloß der Kreistag, zwei Motorlöschzüge für die Städte Biesenthal und Wriezen anzuschaffen.

    In den Jahren 1928/29 erhielt dann auch die Stadt Bad Freienwalde einen Automobillöschzug und eine Kleinmotorspritze.

    Bemerkenswert ist aus diesen Jahren, daß für den Kreis Oberbarnim noch eine allgemeine Löschpflicht für Bürger vom 16. bis zum 60. Lebenjahr bestand.

    Anläßlich einer Kreisbrandmeistertagung im Jahre 1926, die im Dezember in Wriezen stattfand, wurden durch die damalige Kreisverwaltung bewährte Feuerwehrmänner mit dem Ehrenzeichen für langjährige treue Dienste für das Feuerlöschwesen, das vom damaligen Preußischen Staatsministerium gestiftet wurde, ausgezeichnet.

    • Aus Wriezen erhielten diese Auszeichnung:
    • Kreisbrandmeister Friedrich Tesch
    • Steiger Wilhelm Horn
    • Brandmeister Ludwig Kind
    • Steiger Hermann Lässig
    • Oberhornist Max Muntz
    • Brandmeister August Rehse
    • Spritzenmann Emil Tesch

    Diese Kameraden erhielten das Ehrenzeichen. weil sie 20 und mehr Jahre hindurch "treu ihrer Wehr gedient hatten", wie im damaligen Heimatkalender nachzulesen ist.

    "So lange es solche Männer ernster Pflichterfüllung gibt, ist uns nicht bange um ein gut Wachsen, Blühen und Gedeihen von Oberbarnimer Feuerwehren", vermeldete der Chronist.

    Trotz dieser positiven Entwicklung sei an dieser Stelle von einem verheerenden Brand berichtet, der sich am 8. Juli 1929 ereignete. Um 12.45 Uhr erschallten an diesem Tage die Alarmsignale der Wriezener Feuerwehr. Eine riesige Feuerlohe stand über den Mühlenwerken "Hafenmühle" AG am Kanal. Der motorisierte Kreislöschzug Nr. 1 Wriezen erreichte wenige Minuten nach der Alarmierung die Brandstelle und brachte die Lafettenmotorspritze an dem unmittelbar an der Brandstelle vorbeifließenden Kanal in Stellung. Kurze Zeit später trafen die Automobillöschzüge aus Bad Freienwalde und Biesenthal zur Unterstützung ein.

    Obgleich sofort Wasser gegeben werden konnte, breitete sich der Brand weiter aus und hatte um 13.30 Uhr alle vier Stockwerke des Betriebes erfaßt.

    Insgesamt nahmen an diesem Einsatz 14 Freiwillige Feuerwehren teil, die mit einer enormen Hitzeentwicklung und ständigen Mehlstaubexplosionen und Stichflammen zu kämpfen hatten. 28 Feuerwehrmänner mußten durch die Freiwillige Sanitätskolonne Wriezen medizinisch versorgt werden.

    Gegen 16.00 Uhr war das Mühlenwerk bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Schaden betrug ca. 2 Millionen Reichsmark. Neben dem Gebäude und den Maschinen verbrannten:

    4100 Sack mit Roggenkleie, 90t Hirse, 600 Sack Mehl, 472 Sack Weizengrieskleie, 150t Roggen, 10t Weizen.

    Die Feuerwehren büßten 4 B- und einen C-Druckschlauch ein.

    Wer waren nun die Männer, die sich selbstlos an die Spitze der Freiwilligen Feuerwehr in Wriezen stellten? Die durch ihren persönlichen Einsatz dazu beitrugen, die zahlenmäßige Stärkung der Wehr zu erreichen und Vorbildliches in der Vorbeugung und Brandbekämpfung leisteten?

    1865-1867    Seilermeister Busching
                         Maurermeister Neubart
    1867-1881    Korbmachermeister Moll
    1881-1911    Kaufmann Bölcke 
    1911-1917    Buchhalter Wilker
    1917-1934    Oberbrandmeister Tesch

    Der Oberbrandmeister Tesch machte sich um die Freiwillige Feuerwehr Wriezen und den Kreisfeuerwehrverband Oberbarnim verdient. Der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes und Führer der FFW Wriezen trat seinen Dienst am 12. März 1894 an. Er war Inhaber der höchsten Feuerwehrauszeichnungen, des Staatlichen Ehrenzeichens und des St. Floriansordens 1. Klasse vom Deutschen Reichsfeuerwehrverband.
    Während seiner Tätigkeit hat er an der Bekämpfung von über 3000 Bränden mitgewirkt.
    Friedrich Tesch leitete den am 2. Oktober 1921 in Wriezen begründeten damaligen Kreisfeuerwehrverband Oberbarrnin. in dem zunächst 12 Freiwillige Feuerwehren vereinigt waren.

    Im Jahre 1928 gehörten dem Kreisverband bereits 56 FFW mit einer Gesamtstärke von 1338 Kameraden an.

    1933 existierten 111 Einheiten, die sich in 30 Amtsbezirkswehren, 5 Werkfeuerwehren, 25 Normal-Löschzügen und 86 Halblöschzügen gliederten.

    Zu ihrer Ausrüstung gehörten zu diesem Zeitpunkt:

    14 Großmotorspritzen, 45 Kleinmotorspritzen. 82 Handdruckspritzen, 19 mechanische Leitern und 34.200 m Druckschlauch. Weiterhin wurden 60 Feuerlöschbrunnen, 31 Feuerlöschteiche und 9 Zisternen zur Verbesserung der Löschwasserversorgung in der Zeit von 1920 bis 1933 errichtet.

    Auf Initiative des Kameraden Tesch und der Kameraden Kron und Heinschke wurden in der Umgebung von Wriezen, sowohl im Oderbruch als auch in den Höhendörfern Freiwillige Feuerwehren gegründet und ausgebildet.

    Auf Grund seiner großen Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde Oberbrandmeister Tesch am 12. März 1929, anläßlich seiner 35jährigen Zugehörigkeit zur FFW Wriezen zum Kreisbranddirektor ernannt. Am 10. Oktober 1934 wurde Friedrich Tesch als Kreisbranddirektor feierlich verabschiedet.

    Eine lückenlose Aufstellung aller ehemaligen Wehrführer der FFW Wriezen ist nicht überliefert. Vermutlich übernahm Erich Knäringer etwa ab 1935 die Führung der Wriezener Feuerwehr und behielt dieses Amt bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Er schied durch einen Wohnortwechsel im Jahre 1944 oder 1945 aus.

  • 1945 Neuanfang nach Kriegsende

    Leider ging der Krieg auch an der Wriezener Wehr nicht spurlos vorüber. In den letzten Kriegstagen mußte die Wehr wiederholt zu Einsätzen nach Berlin. Durch diese Kriegswirren verlor die Wehr nicht nur fast die gesamte Ausrüstung, sondern auch viele gute Feuerwehrmänner mußten ihren Einsatz in den letzten Kriegsmonaten als sinnlose Opfer des Krieges mit ihrem Leben bezahlen.

    Ja, unsere Stadt selbst litt furchtbar unter den Kriegseinwirkungen. Die Stadt wurde etwa zu 85 % zerstört - und dies erst in den letzten Kriegstagen.

    Max Heene und Franz Reichmuth waren es, die in unermüdlichen Einsätzen zunächst die Funktionsfähigkeit der städtischen Betriebswerke wieder herstellten und dafür sorgten, daß auch Wriezen wieder Gas und Wasser erhielt.

    Bei Max Heene, der seit dem 1.9.1924 Mitglied der Wehr war. setzte sich seine Liebe zur Feuerwehr durch. Er scharte eine kleine Gruppe von Feuerwehrleuten um sich und somit ist es ihm zu verdanken. daß bereits im Juni 1945 die erste Feuerwehrversammlung stattfand. Sechs Kameraden fanden sich auf dem Schulhof in der Krausenstraße unter der großen Kastanie ein und beschlossen, an die alten Traditionen der Wriezener Feuerwehr, im Geiste von Albert Mahler, anzuknüpfen. Sie stellten sich selbstlos der guten Sache zur Verfügung.

    Und dies, obwohl zu diesem Zeitpunkt gemäß dem Befehl Nr. 2 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) jegliche Vereinsbildung unter Strafe gestellt war.

    Max Heene und seine Kameraden übernahmen ein schweres Erbe. Es fehlte an allem. In unermüdlicher Kleinarbeit wurden die weit verbreiteten und überall herumliegenden Löschgeräte und Feuerwehrschläuche aufgestöbert, zusammengetragen und wieder soweit hergerichtet. daß sie im Ernstfalle einsatzbereit waren. Eine bereits außer Dienst gestellte Handdruckspritze (die heute noch im Besitz der Wehr ist), der Hydrantenwagen und weitere Geräte wurden mit einfachsten Mitteln wieder hergerichtet, um dem Brandschutz und der Feuerbekämpfung wieder nutzbar zu sein. Zu den ersten Einsätzen nach dem Krieg fuhren die Kameraden mit dieser pferdebespannten Druckspritze. Wenn auch von einigen Spießbürgern belacht, ließen sich die Männer nicht entmutigen und stellten ihre ganze Kraft dem Aufbau des Feuerlöschwesens zur Verfügung.

    Am 12. Oktober 1947 wurde durch die Brandenburgische Landesregierung das "Gesetz über das Feuerlöschwesen und den Katastrophenschutz" erlassen.

    Am 22. Dezember 1948 wurde Max Heene auf der Grundlage dieses Gesetzes darin auch offiziell durch die damalige Landesregierung Brandenburg als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Wriezen bestätigt.

    1955, zum 100. Jahrestag der Gründung der Wehr war es noch untersagt, eine Ehrung am Denkmal für Albert Mahler vorzunehmen - so legten mehrere Kameraden einige Mark zusammen. kauften einen Kranz und schmückten im Schutze der Dunkelheit das Denkmal.

    Am 18. Januar 1956 wurde das erste Brandschutzgesetz vom Innenministerium der DDR erlassen. Auf der Grundlage dieses Gesetzes wurden in den Jahren 1956 und 1957 ca. 30 junge Männer zum Feuerwehrdienst verpflichtet. Zu den Kameraden, die aus dieser Verpflichtung heraus zu den Trägern des Feuerlöschwesens der Stadt wurden, zählten insbesondere die Kameraden Heinz Hamann, Paul Jahnke und Erich Sandow.

    Ein Jahr später traten dann Horst Schirrmeister und 1960 Günter Galle, der Wehr bei.

    In den Jahren von 1958 bis 1961 arbeiteten Max Heene, Franz Reichmuth und Heinz Schröder im sogenannten "Zentralkommando", einer Institution, vergleichbar mit den Wirkungsbereichsleitungen und heutigen Amtsbereichen. Sie organisierten und gaben den umliegenden Dorfwehren Anleitung und Hilfe. Während dieser Zeit wechselte die Wehrführung häufig. In den Jahren 1958 und 1959 wurde die Wehr von Konrad Bartsch geleitet. Die weitere Wehrleitung lag dann für etwa ein Jahr in den Händen von Fritz Genschmar. Nach seinem Ausscheiden im Jahre 1961 übernahm eine Troika die Wehrleitung. Ihr gehörten an:

    Max Heene, Alfred Stein, Heinz Schröder.

    Heinz Schröder übernahm im Jahre 1966 die Wehrleitung, die er bis 1975 inne hatte. Unter seiner Führung entwickelte sich die Wehr wieder zu einer straff organisierten Einheit. Außerdem wurden auf seine Initiative hin bereits Anfang der 60er Jahre wesentliche Verbesserungen im sozialen Umfeld der Wehr geschaffen.         
    So wurde zunächst eine Wohnung für einen Feuerwehrkameraden im Dachgeschoß des Gerätehauses ausgebaut und anschließend der Schulungs- und Versammlungsraum hergerichtet.

    Seit dem Jahre 1975 bekleidet Ernst Bläsing das Amt des Wehrleiters - seit 1993 Amtsbrandmeister und Wehrführer der Wriezener Wehr. Der Kamerad Bläsing trat am 18.1.1958 in die Freiwillige Feuerwehr Kerstenbruch ein. Aufgrund seiner Tätigkeit in der ehemaligen MTS (später Kreisbetrieb für Landtechnik) in Wriezen, leitete er die dortige Betriebslöschgruppe.
    Mit seinem Umzug nach Wriezen trat er dann Mitte der sechziger Jahre in die Freiwillige Feuerwehr Wriezen ein. Unter seiner Führung konnte trotz der personellen Probleme stets eine hohe Einsatzbereitschaft gesichert werden. Auch in schwierigen Situationen bewies er hohes Feuerwehrfachwissen und Umsicht bei der Einsatzleitung in ungezählten Einsätzen.

    Nun noch einige Anmerkungen zur technischen Ausrüstung der Wehr vom Jahre 1956 bis zur Gegenwart:

    Mit zunehmender Normalisierung des täglichen Lebens nach dem Hochwasser des Jahres 1947 verbesserte sich auch die Ausrüstung und Ausstattung der Wriezener Feuerwehr, wenn auch anfangs nur schrittweise. Im Sommer 1956 erfolgte die Übergabe eines neuen Löschfahrzeuges mit Schlauchtransportanhänger und voller Ausrüstung. Der Ausbildungsstand konnte stetig verbessert werden und bald gehörte unsere Wehr zu den Besten der örtlichen Brandschutzorgane.

    Es sollen hier nur einige Beispiele für die Zuführung neuer Technik angeführt werden:

    • 1956    LF 8, TS 8, STA (Bild 24)
    • 1971    TLF 16, S 4000
    • 1985    LF 8, TS 8, STA (LO) und TLF 16 W 50
    • 1988    LF 8, TS 8, STA (LO), KLF - B 1000
    • 1989    DL 25 / S 4000
    • 1992    LF 16 / W 50, Mereedes für Katastrophen-Einsätze (LF 16/TS 8)
    • 1994    Mercedes Benz L 409 Hilfsrüstwagen
    • 1995    Mercedes Benz TLF 16 / 45-W 

    Durch die Bereitstellung dieser neuen Technik erhöhte sich die Einsatzbereitschaft wesentlich. Die Ausrückezeiten konnten deutlich gesenkt werden.

    Jetzt wurde der Dienst wieder interessanter und die Kameraden nahmen freiwillig und regelmäßig an der Ausbildung teil.

  • DDR - Erfolge aber kein Ehrenname

    Viele Erfolge konnten bei den damals durchgefühiten Bestenermittlungen, im Gruppenausscheid und im Feuerwehrkampfsport im Kreis- und Bezirksmaßstab errungen werden. Beweis dafür sind die zahlreichen Urkunden, Medaillen und Pokale, die einen Ehrenplatz im Schulungsraum der Wehr haben.

    Einen großen Erfolg verbuchte die Wriezener Wehr im Jahre 1965. Beim Gruppensausscheid der damaligen Bezirke Dresden, Cottbus, Karl-Marx-Stadt und Frankfurt (Oder) wurde der 2. Platz erkämpft. Dieser Erfolg war auch ein Verdienst des damaligen Wehrleiters Heinz Schröder. Er sorgte durch seine Führungsqualitäten dafür, daß die Wehr einen sehr guten Ausbildungsstand hatte. Dieser Erfolg wurde noch durch den Kameraden Buchtholz gesteigert. der beim Bezirksauscheid im Sturmleitersteigen eine Goldmedaille errang. Die Wriezener Wehr hatte sich also wieder Achtung und Ansehen erworben.

    Es ging jedoch nicht nur um Erfolge bei den durchgeführten Leistungsvergleichen. Hauptanliegen der Wehr war natürlich, bei Bränden oder Katastrophen sofort zur Stelle zu sein, wenn es galt, Leben zu retten und Eigentum vor Schaden zu bewahren. Ein wichtiges Aufgabenfeld war zu dieser Zeit die Verhinderung von Bränden.

    Der "Vorbeugende Brandschutz" erhielt in der ehemaligen DDR einen besonders hohen Stellenwert. Der Schutz des Lebens der Menschen und der Tiere, sowie der Sachwerte am sozialistischen Eigentum und am Privateigentum der Bürger wurde zum zentralen Anliegen. So übernahm im Jahre 1983 der Kamerad Günter Kettner, erst seit August 1981 Mitglied der Wehr, vom Kameraden Heinz Hamann. der am 13.1.1983 altersbedingt aus der Wehrleitung verabschiedet wurde, das Amt des Stellvertreters des Wehrleiters für Kontrollen im Brandschutz.

    Unter der Führung des Kameraden Ernst Bläsing arbeiteten damit die Kameraden Günter Kettner und Günter Galle (als Stellvertreter des Wehrleiters für Einsatz, Aus- und Weiterbildung) in der Wehrleitung. Auf der Grundlage des Brandschutzgesetzes vom 19.12.1974 und der Anordnung über brandschutzgerechtes Verhalten in Wohnstätten, Objekten und Einrichtungen vom 5.7.1976 erfolgte eine völlige Neuorganisation des vorbeugenden Brandschutzes, den es bereits Anfang der sechziger Jahre unter dem Begriff .,Sonnenberger System" gab. Es wurde damit gesichert, daß alle Betriebe, kommunale Einrichtungen, aber auch die privaten Haushalte in exakt vorgegebenen regelmäßigen Abständen kontrolliert wurden.

    Im Ergebnis dieser Kontrollen konnte die Anzahl der Brände weiter gesenkt werden. Insbesondere die älteren Bürger nahmen die Hinweise zum brandschutzgerechten Verhalten dankbar entgegen. Es wurden Schulungen für die Hausbrandschutzverantwortlichen in den Wohnblöcken durchgeführt und damit das brandschutzgerechte Verhalten auf eine breite Trägerebene gestellt.

    Von der mittlerweile ins Leben gerufenen Brandschutzgruppe. zu der auch 10 Kameradinnen gehörten, wurden die Brandschutzkontrollen nach intensiver vorheriger Ausbildung durchgeführt. So wurden jährlich ca. 500 bis 600 Einzelkontrollen. davon ca. 80 % in den privaten Haushalten durchgeführt.

    Positiv wirkte sich in der Entwicklung der Brandbekämpfung auch aus, daß fünf Wriezener Betriebe Werksfeuerwehren mit eigener Löschtechnik (TS 8 bzw. KLF - B 1000) unterhalten mußten.

    Es waren dies:

    VEB Holzimport Wriezen, KIM Entenproduktion Wriezen, LIW Wriezen, Kreisbetrieb für Landtechnik Wriezen und das Betonwerk Wriezen.

    Von Seiten der Feuerwehr wurde eine gemeinsame Ausbildung angestrebt, die jedoch nie zustande kam. Lediglich einmal im Jahr wurde eine gemeinsame Übung als Wettbewerb um den vom Bürgermeister der Stadt gestifteten Stadtpokal durchgeführt.

    Trotz der guten Arbeit der einzelnen Kameraden der Wriezener Wehr gab es aber auch zahlreiche Probleme. Ein besonderer Schwerpunkt war die personelle Stärkung der Wehr. Es wurden Aussprachen mit vielen Handwerkern und anderen Bürgern geführt, die jedoch kaum zählbare Erfolge brachten. Jeder erwartete von der Feuerwehr zwar, daß sie bei einem Brand oder anderen Hilfeleistungen sofort zur Stelle ist. Die Angesprocheneu selbst waren aber kaum bereit, die Reihen der Wehr zu stärken und einen persönlichen Beitrag zu leisten.

    Ein Grund dafür lag vermutlich in der fehlenden staatlichen Anerkennung der Leistungen der Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren. Während den Angehörigen der damaligen Kampfgruppen für ihre Tätigkeit materielle Vergünstigungen, so z. B. in Form von zusätzlichen Rentenzahlungen staatlich zugesagt wurden, gab es Ähnliches für die Feuerwehren nicht. Da konnte man es den jungen Männern nicht verdenken, daß sie die Ausbildung in den Kampfgruppeneinheiten nach einem festgelegten Dienstplan den Aufgaben der Kameraden der Feuerwehr vorzogen. die ja immer beim Ertönen der Sirene einsatzbereit sein mußten, um dann sofort zu jeder Tages- und Nachtzeit zu helfen. Eine Ungerechtigkeit, die viele nicht verstehen konnten.

    Genauso unverständlich blieb den Kameraden der Wriezener Wehr, daß ihnen nicht genehmigt wurde, den Ehrennamen "Albert Mahler'' zu tragen. Jahrelang bemühte sich die Wehrleitung darum, den Namen des Begründers des Freiwilligen Feuerlöschwesens in der ehemaligen Mark Brandenburg tragen zu dürfen.
    Einigen Funktionären im damaligen Rat des Kreises Bad Freienwalde und der SED-Kreisleitung war dies ein Dorn im Auge. Sämtliche Anträge wurden abgelehnt. Als Begründung wurde mitgeteilt - man höre und staune - Albert Mahler wäre nicht revolutionär genug! Einen anderen "Ehrennamen" lehnte die Wehrführung, die sich dem Vermächtnis Albert Mahlers verpflichtet fühlte, ab, so daß es nie zur Verleihung eines Ehrennamens für die Wriezener Wehr kam, der zu DDR-Zeiten fast ein "Muß" war.

    Nachfolgend sollen einige markante Beispiele für Brände und Hilfeleistungen, bei denen die Wriezener Wehr zum Einsatz kam, aufgezeigt werden.

    1960 bis zum Beginn der 2000er Jahre:

    • Barackenbrand in Wriezen, Lüdersdorfer Straße
    • Brand im VEB (K) Bau Bad Freienwalde, Bahnhofstraße
    • Brand im Schweinestall der LPG Schulzendorf
    • Großbrand Schamottewerk Bad Freienwalde
    • Scheunenbrand im Rinderkombinat der LPG Wriezen
    • Brand im Pfarrhaus der Kathohschen Kirche
    • Verkehrsunfall am Bahnübergang nach Eichwerder, Havarie zwischen Lok und Bus
    • 3-Tages-Einsatz in der Trockenmastanlage der Entenproduktion (Enten vor dem Ertrinken gerettet!)
    • Dachstuhlbrand in Alttrebbin
    • Waldbrand in Batzlow
    • Kohlebrand in der Schule Freienwalder Straße
    • Einsatz beim Flugzeugabsturz bei Rädikow
    • Brand in der Schule in der Krausenstraße
    • Werkstattbrand im Getränkekombinat
    • Bergung zweier Wriezener Bürger aus den Schlammteichen der Zuckerfabrik Thöringswerder
    • Brand in der Tischlerei W. Schmidt Bad Freienwalde
    • Lagerhallenbrand in der Molkerei Wriezen
    • Brand einer Wohnbaracke in der Lüdersdorfer Straße
    • Havarie im Kesselhaus der Zuckerfabrik
    • Brand im Bürogebäude des Mischfutterwerkes. (Auszeichnung des Kameraden Kentel)
    • Staubexplosion im Zuckersilo Thöringswerder
    • Stall- und Scheunenbrand in Jäkelsbruch
    • Brand eines Stallgebäudes in Schulzendorf
    • Brand Wohnhaus Max-Reimann-Straße Wriezen u. a.

    Die Wriezener Wehr war auch in die 042. Brandschutzeinheit des Bezirkes Frankfurt/Oder integriert. Hier nahmen jährlich ca. 20 Kameraden an einer zweitägigen Ausbildung der Einheit teil, die wesentlich zur Erhöhung der Einsatzbereitschaft und zur Vermittlung von Spezialkenntnissen beitrug. Bei einem Brand, in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989, im Wriezener Mischfutterwerk, gelang es der Wehr und insbesondere dem Kameraden

    Wolf-Dieter Kentel

    bedeutende Werte vor den Flammen zu retten - dafür erhielt der Kamerad Kentel aus den Händen des letzten Ministerpräsidenten der DDR, Hans Modrow, die "Medaille für Verdienste im Brandschutz".

  • 1989 Politische Wende - die Feuerwehr bleibt

    Im Leben und Dienstgeschehen der Wriezener Feuerwehr gab es keine negativen Auswirkungen nach dem Zusammenbruch der DDR, wie dies in so vielen anderen Wehren zu verzeichnen war.

    Die Wehrführung hat sich den neuen Herausforderungen gestellt. Ihr und besonders dem Kameraden Jürgen Reichelt, der bis 1990 bei der Abteilung Feuerwehr tätig war, ist es zu verdanken, daß die Ausbildung und die technische Ausstattung der Wehr schnell den sich veränderten Aufgaben (mehr Hilfeleistungen, besonders bei Verkehrsunfällen) angepaßt wurden.

    Der Kamerad Reichelt ist nicht nur als Leiter des Ordnungsamtes der Stadt für die Belange des Brandschutzes zuständig. als Brandschutzingenieur verfügt er auch über die erforderlichen theoretischen und praktischen Kenntnisse, die er in den Dienst der Wehr stellt.

    Die Wehr unterhält seit 1991 freundschaftliche Kontakte zu den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Wipperfürth. Die Wipperfürther Kameraden gaben Hilfestellung bei der Neuorientierung der Wehr nach der "Wende".

    Dafür sei Ihnen an dieser Stelle ein herzlicher Dank ausgesprochen.